Mein Baby will nicht an die Brust!

Das Baby schreit. Was könnte es denn gerade haben? Hunger? Prüfender Blick auf die Uhr. Tatsache, etwa 3 Stunden sind seit der letzten Mahlzeit vergangen. Es muss der Hunger sein! Zügig das Still-Lager präpariert, Brust massiert, Baby positioniert –und dann das: das Baby will nicht trinken! Also schon irgendwie, aber dann doch nicht so richtig. Es dockt an und ab, schreit, dreht hektisch den Kopf hin und her. Mama treten die ersten Schweißperlen auf die Stirn – nun trink doch! Die Versuche, dem krakelenden Kind die Brust in den Mund zu schieben, scheitern zunächst. Dann kneift das Baby mit seinem zahnlosen Kiefer die Brustwarze – autsch! Der Milchspendereflex setzt ein, das Baby bekommt ein nasses Gesicht und schreit immer noch aus Leibeskräften. Was ist denn hier nur los?

Ein Klassiker, der viele Mütter verzweifeln lässt und zur Flasche – also natürlich zum Fläschchen – greifen lässt: das Baby verweigert die Brust! Obwohl es doch eindeutig Hunger hat! Und siehe da: wird das Baby nach vielen verzweifelten Versuchen dann versuchsweise mit dem Fläschchen gestillt, lässt es sich zum Trinken überzeugen. Muss jetzt abgestillt werden? Nein! Denn hier liegt ein Missverständnis vor. Meist entspinnen sich diese Situationen dem Grundsetting, dass das Baby eben noch schlief, jetzt aber munter wird und schreit. Das Baby schreit aber nicht vordergründig, weil es Hunger hat (den hat es allerdings trotzdem), sondern weil Blase und oder Darm drücken!

Wenn du dir jetzt denkst „Hä? Babys werden doch erst viel später trocken, die haben doch noch gar keine Kontrolle über Blase und Darm… hat jedenfalls der Kinderarzt gesagt!“ Lass dir versichert sein: Babys wissen, wann sie müssen – nur die Erwachsenen haben das irgendwann vergessen!
Mehr dazu? Lass es mich dir in meinem Kurs
Baby-Wegweiser erklären!

Dein Baby fühlt sich in etwa so:
Stell dir vor, du bist bei Freunden und musst dringend aufs Klo. Leider bieten dir deine Freunde zunächst etwas zu trinken an, worüber du dich durchaus freust, aber zuerst möchtest du dich erleichtern. Du fragst nach dem Bad, deine Gastgeber antworten: „Jetzt setz dich doch erstmal und trink einen Tee!“ – „Ich möchte aber zuerst auf Toilette!“ – „Jetzt ist aber grad der Tee fertig!“ – „Ich muss jetzt aber wirklich mal!!!“ Der Höflichkeit halber setzt du dich und trinkst ein paar Schlucke, aber deine Blase schlägt weiterhin Alarm, sodass du wieder aufstehst. Deine Gastgeber sind empört und wollen, dass du wenigstens austrinkst. Keine angenehme Vorstellung, oder?

Solltest du also das Gefühl haben, dein Baby verweigert die Brust, will nicht mehr gestillt werden und du musst jetzt leider auf Fläschchen umsteigen, dann probier Folgendes aus:
halte dein freigemachtes Kind mit angehockten Beinen über die Kloschüssel (oder setze es auf ein Töpfchen). Wenn es nach, sagen wir, 30 Sekunden nicht gepieselt hat, darfst du nach weiteren Ursachen forschen.

Aber warum trinkt es dann aus dem Fläschchen? Fast alle Fläschchen sind so konzipiert, dass automatisch Milch rausläuft auch wenn das Baby nicht aktiv saugt. Bekommt das Baby das Fläschchen in den Mund gesteckt, kann es entweder trinken oder sich verschlucken und husten. Die meisten Babys entscheiden sich nach einigem Ringen fürs Trinken und machen kurz darauf in die Windel. Danach ist dann auch Ruhe und das Baby trinkt relativ entspannt. Aber egal, ob du mit Brust oder Fläschchen stillst – für dein Baby ist es sicherlich entspannter, mit leerer Blase frisch befüllt zu werden. Du wärst deinem Gastgeber vermutlich auch eher dankbar, wenn er dir nicht einfach die Teetasse an den Mund setzt, sondern dir freundlich den Weg zum Bad weist.

Kennst du solche Situationen auch? Schreib mir einen Kommentar!

Mehr erprobtes Babywissen gefällig?


.

Schreibe einen Kommentar